Systemische Moderation

Systemische Moderation und Sitzungsleitung

Systemisch moderieren - damit Mitarbeiter nicht einschlafen und Sitzungen nicht langweilen

Kevin und Katja

Wie viel Besprechung verträgt ein Mitarbeiter?
Da hetzen die Kollegen von Sitzung zu Sitzung. Es werden Arbeitsgruppen gebildet, Teams zusammengestellt, Workshops abgehalten und oft endlos diskutiert. Statt lösungsorientiert und effizient, statt motiviert und gut informiert, schlagen sich so manche die Zeit einfach um die Ohren, sehen unentwegt auf die Uhr, checken die Mails am Handy und fühlen sich nach einer erfolglosen Besprechung ausgelaugt und frustriert. Was ist passiert? Besprechungen sind absolut notwendig und unvermeidbar. Es ist wichtig Mitarbeiter immer wieder auf Kurs zu bringen, sie miteinzubeziehen und sich auszutauschen. Damit eine Sitzung aber den gewünschten Erfolg bringt, braucht es klare Regeln. Es braucht Struktur und einen Moderator der weiß worauf es ankommt, dass die Teilnehmer nicht nach zehn Minuten wegdriften. „Damit sich Meetings und Sitzungen zu motivierenden, zielorientierten und wirksamen Anlässen entwickeln, hängt maßgeblich davon ab, ob es der Sitzungsleitung und Moderation gelingt aus Zuhörern Beteiligte und Mitgestaltende zu machen“, erklärt Moderationstrainerin Katja Nocker. Die Lösung kann ein Sitzungsleiter mit systemischer Moderationskompetenz sein. Es braucht Führungskräfte und Mitarbeiter, die über das notwendige Wissen und Werkzeug verfügen Meetings zu leiten und zu moderieren. Dabei spielen auch persönliche, soziale und systemische Kompetenzen eine wichtige Rolle. Moderne und zukunftsorientierte Unternehmen, Organisationen und öffentlichen Institutionen führen systemisch und sehen ihre Mitarbeiter als Mitgestaltende ihres Entwicklungsprozesses. Dabei hängt es stark davon ab, wie gut die Mitarbeiter in den unterschiedlichsten Funktionen miteinander vernetzt sind und gemeinsam zum Wohle des Systems agieren. Gerade deshalb bestimmen Sitzungen, Team Meetings und Prozesse in Projekt- und Arbeitsgruppen den Arbeitsalltag maßgeblich.

Systemische Moderation – was ist das?
Die Haltung des Moderators ist eine der ersten Voraussetzungen für systemische Moderation. Nicht der Moderator ist der Nabel der Welt und Experte für die Lösung, sondern die Teilnehmer. Der systemische Moderator ist sich bewusst, dass auch die Teilnehmer unterschiedliche Wahrnehmungen, Bedürfnisse und Hintergründe haben. Seine Aufgabe ist es, die mannigfachen Sichtweisen transparent zu machen und die Gruppe bei der Findung einer gemeinsamen, tragfähigen Lösung zu unterstützen. Ein wichtiges Werkzeug für den Moderator sind die systemischen Tools. „Dazu gehören systemische Fragen, d. h. wie muss ich die jeweiligen Fragen stellen, damit ein Perspektivenwechsel der Teilnehmer möglich ist und wir gemeinsam zu neuen Lösungsansätzen kommen“ weiß Moderator Kevin Hofer. So kann schon mal mit paradoxen Fragen alles auf den Kopf gestellt werden und spannende neue Sichtweisen ergeben sich.

Ein systemischer Moderator hat immer das große Ganze im Blick.

Aber nicht jedes Thema eignet sich für eine moderierte Sitzung. Der Moderator muss wissen, welchen Handlungsspielraum er mit der zu arbeitenden Gruppe hat. Denn eine Sitzung ist kein Wunschkonzert. Systemisch arbeitende Moderatoren formulieren deshalb ihre Fragestellung so, dass sich die Antworten auch innerhalb dieses Spielraums bewegen.