• Lichtenburg_offene_Diskussion

Netzwerktagung

Krisen erkennen und bewältigen

Krisen können Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen und Situationen widerfahren. Wer, wann, wo und wie kann geholfen werden?

Viele Südtiroler brauchen mindestens einmal im Leben Hilfe und Unterstützung im Umgang mit einer Krise. Ob Trauerfall, Probleme mit dem Partner, finanzielle Sorgen, eine Krise hat viele Facetten. Zahlreiche soziale Einrichtungen in Südtirol bieten auf unterschiedlichen Ebenen professionelle Beratung an. Wie aber kann es gelingen, Betroffenen gut und schnell die richtige psychologische Unterstützung zu geben?

Eine mögliche Antwort darauf ist die gute Vernetzung der Einrichtungen und der Austausch untereinander. Das war eines der Ziele der heurigen Netzwerktagung der APL (Akademie für psychosoziale Lebensberatung), welche am Donnerstag 27. April im Bildungshaus Lichtenburg in Nals stattfand. Die Tagung bot Raum für Austausch, Begegnung und Information. „Ziel der Tagung war es aufzuzeigen, wie Krisenbewältigung im Helfersystem erfolgen kann, was und wen es dazu braucht und wie es gelingen
kann, die unterschiedlichen sozialen Einrichtungen in Südtirol besser zu vernetzen“, erklärte Ulrike Wiegner von APL.

„Eine Krise ist immer Chance und Gefahr zugleich“, so Gastreferentin Robin Menges bei der Netzwerktagung in der Lichtenburg. „Kennzeichen einer Krise sind emotionale Betroffenheit, Überforderung, persönliche Ressourcen reichen nicht aus. Es kann jeden treffen“, betont die Expertin. Man unterscheidet drei Arten von Krisen, die akute Krise, ausgelöst durch einen Unfall oder plötzlichen Todesfall, die persönliche Krise bei Entwicklungs- oder Beziehungskrisen und die sich langsam entwickelnde Problematik, die dann irgendwann kippt. Bei den Workshops konnten die Besucher die verschiedenen Themenbereiche vertiefen.

In einer angeregten Podiumsdiskussion erklärten, Roger Pycha, Primar Psychiatrischer Dienst, Brigitte Waldner, Amtsdirektorin Sozialsprengel, Heinz Senoner, Direktor Südtiroler Kinderdorf, Doris Brunner, Guido Osthof, Caritas und Florian Ploner, wie sich intelligente Netzwerke zueinander verhalten. „Es war mir wichtig aufzuzeigen, wie Krisenbewältigung im Helfersystem erfolgen kann, was und wen es dazu braucht und wie es gelingen kann, die unterschiedlichen sozialen Einrichtungen in Südtirol besser zu vernetzen“, erklärt Organisatorin Ulrike Wiegner von der psychosozialen Lebensberatung.

Folgende Einrichtungen waren der Einladung gefolgt und präsentierten in einem Kurzreferat ihre Tätigkeit. Begleiten im Wandel – Trauerkultur in Südtirol, Caritas Telefonseelsorge, fabe Familienberatung Südtirol, Familienberatungsstelle Lilith, Frauen helfen Frauen, Independent , Lebensberatung für die bäuerliche Familie, Notfallseelsorge, Psychosoziale Beratung (Counsellor), Seniorenwohnheime, Südtiroler Kinderdorf, Südtiroler Plattform für Alleinerziehende, Therapiezentrum Bad Bachgart, Verband Ariadne für die psychische Gesundheit aller und Young+Direct.

Die offene und lockere Atmosphäre der Tagung unterstützte das persönliche Netzwerken vor Ort. Eine zielführende und gelungene Veranstaltung für alle Beteiligten.