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Führung 4.0

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Der Anspruch an Leistungsfähigkeit und Qualität steigt, bei sich schnell verändernden Ausgangslagen. Dies bedingt eine Dynamik auf die, sowohl mit Anpassung, als auch mit Innovation reagiert werden muss. Für Führungskräfte wie Mitarbeiter eine anspruchsvolle und spannende Herausforderung.

Arbeitswelt im Wandel
Die sozialen Medien und eine neue Generation von Mitarbeitern lassen Führungskräfte umdenken: Es ist ein Abschied von hierarchischer Führung. Früher war ein Chef leicht zu erkennen: Er hatte das größte Büro, die lauteste Stimme und entschied, wo es langgeht. Doch die Tage des autoritären Führungsstils sind gezählt. Große Unternehmen wie Google machen es vor. Im Großraumbüro sitzen Mitarbeiter und Chefs nebeneinander. Führungskräfte werben um eine Generation, die einerseits so begehrt und gleichzeitig sehr anspruchsvoll ist. Generation Y, so nennt man die zwischen 1982 und 2000 Geborenen, die sich anschicken, die Arbeitswelt gründlich aufzumischen. Selbstbewusst, voller Idealismus und Tatendrang, fit im Umgang mit den sozialen Medien, Lösungen finden sie im Internet und Hierarchien lehnen sie kategorisch ab. Machtspiele im Betrieb sind ihnen zuwider, genau wie feste Arbeitszeiten. Die neuen Freigeister lieben Freunde, Freizeit und Familie, ebenso wie ehrliches Lob. Doch diese neuen Mitarbeiter so zu führen, dass sie auch länger im Betrieb bleiben, ist alles andere als einfach. Dafür brauchen Arbeitgeber neue Ansätze und Führungsinstrumente. Vom Führungspersonal wird Initiative, Teamfähigkeit, Kommunikationsgeschick, Kreativität und Lernfähigkeit erwartet.

Think new!
Unternehmenskulturen brauchen innovative Denkwerkzeuge und strategische Formen von Ideenfindung. Design Thinkung oder System Thinking können die Antwort auf zukünftige Anforderungen sein. Der Erfolg von Design Thinking wird maßgeblich durch eine gemeinschaftliche Arbeits- und Denkkultur bestimmt. Innovation und Antworten auf komplexe Fragestellungen entstehen am besten in einem heterogenen Team aus fünf bis sechs Personen. Unterschiedliche fachliche Hintergründe und Funktionen sowie Neugier und Offenheit für andere Perspektiven sind das Fundament der kreativen Arbeitskultur. Gerade diese neue Generation an Mitarbeitern braucht sinnstiftende Entscheidungen und nachvollziehbare Anweisungen. Die Rolle der Führungskräfte wird es sein, Gestaltungsräume für Wissens-Produktivität zu eröffnen.

Team Building
Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Teamarbeit ist ein gemeinsames „sich treiben lassen“ zwischen Kreativität und Konzentration. In vernetzten Organisationen von morgen formieren sich selbstständig und flexibel Projektgruppen, die gemeinsam Lösungen erarbeiten. Mitarbeiter entscheiden selbst, wie sie an ihre Aufgabe herangehen. Selbstmanagement der Mitarbeiter führt zu ungeahnten Synergien.

Angst vor dem Prestigeverlust
Die ältere Führungsriege hat oft Angst in der Arbeitswelt von morgen an Macht und Prestige einzubüßen. Hier braucht es ein Umdenken.

„Wo kommen wir denn hin, wenn wir den Lehrling nach seiner Meinung fragen“.

Solche Aussagen sind gar nicht so selten in einer von Kleinstbetrieben geprägten Südtiroler Wirtschaftswelt. Laut einer Umfrage vom Institut für Beschäftigung und Employability werden etwa 15 Prozent der etablierten Manager sich dem Wandel verweigern. Weitere 35 Prozent gelten als “Bremser”. Der Rest, so die Studie, lässt sich in Schulungen und Weiterbildungen von den Vorteilen überzeugen oder ist als “Treiber” mit Begeisterung dabei. Je mehr Mitglieder der Generation Y die in Rente gehenden Kollegen der Generation X, also der 1961 bis 1981 Geborenen sowie der Baby Boomer, die von 1943 bis 1960 zur Welt kamen, ablösen, umso mehr wird sich ein Führungsstil verbreiten, der Mitarbeiter einbindet. Die Führungskraft von morgen braucht vor allem soziale Kompetenzen und muss imstande sein, sich als informeller Leader zu beweisen. Er muss seinen Ruf im Netz gezielt pflegen, ein Umfeld schaffen, in dem Mitarbeiter ihr Talent entfalten können, die Gestaltung von Veränderungsprozessen ermöglichen, eine positive Konfliktkultur schaffen, Feedbackschleifen zuzulassen und ergebnisoffene Prozesse gestalten. Die gute Nachricht für alle Führungskräfte, die jetzt verunsichert vor ihren Aufgaben und Anforderungen stehen: sie sind nicht mehr allein in der Chefetage. Ihre Mitarbeiter sind bereit mitzugestalten und Verantwortung