Generationswechsel

Change ist doof

ein Bericht von Rainer Krumm

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Generationswechsel ist auch in Südtirols Wirtschaft ein aktuelles Thema und beschäftigt viele Familienbetriebe und Unternehmen in den nächsten Jahren. Es gilt den Wechsel als Chance zu nutzen, um den Betrieb und die Mitarbeiter gut in die Zukunft zu führen.

Unternehmen sind ständig im Aufbruch. Sollte sich hier also eine wirksame Vorgehensweise nicht längst etabliert haben? Könnte man zumindest meinen, doch es gibt kein Patentrezept, das sich auf jedes Change-Projekt adaptieren lässt. Dafür ist jedes Projekt, jede Firma und jede Familiengeschichte zu individuell. Neben den rechtlichen, steuerlichen und sozialen Bedürfnissen spielen oft auch Emotionen eine große Rolle. Was also tun, damit die Wertschätzung an die ältere Generation gebührend respektiert wird, Wissen nicht verloren geht, jeder im Betrieb seine Aufgaben kennt und mithilft die Veränderung erfolgreich umzusetzen?
„Change ist doof“ – Warum Mitarbeiter sich gegen Veränderungen wehren, nennt sich das Buch von Rainer Krumm. Krumm ist Experte für Personalentwicklung und Change Management und kennt die Höhen und Tiefen von Veränderungsprozessen in Unternehmen. „Nahezu jedes Unternehmen befindet sich in Change-Prozessen oder sollte sich dort befinden. Jedoch: Oft gut geplant, lausig umgesetzt und dann noch die Mitarbeiter vergessen, kann ein Generationswechsel auch gut etablierte Firmen in die Krise führen“, erklärt Krumm.

7 Gründe, warum Change so oft scheitert

Warum scheitern aber so viele Change-Projekte? Man geht davon aus, dass nur zwei von zehn Change-Projekten zu den gewünschten Ergebnissen führen. Viele Entscheider unterschätzen die Auswirkungen von Veränderungsprojekten und ignorieren die softe Seite des Change, nämlich die der Menschen, der Werte und der Kultur. Change wird oft nur als pragmatische und strategisch-rationale Sache verstanden. Es gibt viele Gründe, warum Change-Projekte meistens scheitern. Hier die sieben häufigsten:

• Keine eindeutige Auftragsklärung
• Kultur und Werte werden nicht beachtet
• Schlechte Kommunikation
• Keine Klarheit und Transparenz
• Betroffene werden ausgegrenzt
• Es gibt keine 100 % Planbarkeit
• Erfolge werden nicht gefeiert

„Wer Erfolg will, muss Veränderung zulassen und sich seiner Werte bewusst sein“

Auf die Werte kommt es an

Aus Sicht des Management- und Change-Experten Krumm haben jeder Mensch und jedes Unternehmen Werte. Und diese variieren je nach Standort einer Firma, denn auch in unterschiedlichen Ländern oder Regionen ist der Markt anders. „Wenn meine eigenen Werte nicht zu denen der Organisation passen, dann muss auch ich in die Veränderung gehen. Entweder an mir selbst arbeiten oder als Organisation wissen, was zeichnet mich aus?“, erklärt der Experte. „Zugegeben: Das Auseinandersetzen mit den eigenen Werten ist sowohl in Privatbeziehungen wie auch im beruflichen Kontext unglaublich spannend und wertvoll und lohnt sich definitiv“, weiß Rainer Krumm, der nicht nur Unternehmen in Veränderungsprozessen begleitet, sondern auch Spitzensportler, wo sich sehr viele Parallelen zeigen. Nur dort, wo Menschen in der Lage sind, neben der fachlichen Qualifikation auch alle sozialen und kommunikativen Kompetenzen in Arbeitsprozesse und Abläufe einzubringen, ist eine lern- und wandlungsfähige Unternehmenskultur möglich.