Digital Leader

Führung im digitalen Zeitalter

Business

Die Digitalisierung revolutioniert den Wettbewerb und trifft jede Branche. Was noch unlängst Science-Fiction war, bestimmt plötzlich unseren Alltag. Auch traditionellen Unternehmen stehen ungeahnte Chancen offen. Dies ist jedoch nicht mit den Methoden der Vergangenheit zu bewältigen.

Treiber der Digitalisierung

3D-Druck ermöglicht es, ein Objekt zu erschaffen. Autos fahren autonom. Androide, stehen kurz davor schlau und empathisch zu agieren. Drohnen übernehmen Kurierdienste. Neue Technologien treiben definitiv die Digitalisierung der Wirtschaft und ermöglichen Neue technische Möglichkeiten ermöglichen Start ups in kürzester Zeit, den Wettbewerb zu revolutionieren. Airbn z.B. größter Vermittler von Unterkünften verfügt über kein einziges Zimmer, ist knapp 26 Mrd. US-Dollar wert.

Die Digitalisierung ist aber nicht rein technischer Natur. Auch das Kundenverhalten – insbesondere der Generation-Y und die Prioritäten von Mitarbeitern haben sich geändert. Individualität und Transparenz nehmen einen hohen Stellenwert ein. Sinnhaftigkeit, Work Life Balance und Gestaltungsraum werden häufig wichtiger bewertet als Status und monetäre Anreize.

Die Zeit des Lenkens ist vorbei

Auch in Zukunft müssen Führungskräfte verbindliche Entscheidungen treffen. Sie agieren in einer Welt, die von Informationen übersät ist, die sich zunehmend miteinander vernetzen. Der technologische Fortschritt ist nicht nur rasant. Er geschieht nahezu gleichzeitig in den unterschiedlichsten Bereichen. Überblick zu gewinnen, scheint unmöglich und starre Budget- und Reportingprozesse führen nicht mehr zum gewünschten Ergebnis gefühlter Sicherheit.

Zudem lassen sich Aufgabenstellungen der Zukunft immer seltener in kleinere, entscheidbare Einzelprobleme zerlegen, sondern müssen holistisch erkannt und bearbeitet werden. Wer jetzt noch als Steuermann alles unter Kontrolle haben möchte, läuft in einen Komplexitätskollaps. Und die Angst vor Kontrollverlust führt nicht selten dazu, Entscheidungen zu vertagen. Damit verliert ein Unternehmen Schnelligkeit. Fatal in Zeiten der Digitalisierung.

Führung braucht eine neue Ökonomie der Entscheidungsfindung und eine Kultur, die Innovation und Agilität ermöglicht.

Konsequent kundenzentriert handeln

Die Ressourcen für Innovationen sind begrenzt. Digitale Unternehmen wie google und amazon arbeiten überrollen Märkte nicht nur mit beispielloser Effizienz und Reaktionsschnelligkeit, sondern setzen auch Maßstäbe in der Kundeneinbindung und -interaktivität. Denn nur relevante Kundenlösungen werden vom Markt akzeptiert und honoriert. Hier können Führungskräfte von Start Ups lernen. Sie wissen was für Ihre Kunden relevant ist. Auch traditionelle Unternehmen wie z.B. Lufthansa nutzen diese Möglichkeiten vom Check mit dem Smart Phone oder z.B. einer SMS mit der kurzfristigen Meldung, wenn sich ein Gate ändert. Das löst für den Kunden Probleme. Er muss nicht in der Check In Schlange am Schalter warten und verpasst nicht seinen Flug.

Die Möglichkeiten neuer Technologien für relevante Kundenlösungen nutzen, das können auch traditionelle Unternehmen. Um die nötige Schnelligkeit und Effizienz von Start Ups zu erreichen, müssen Führungskräfte Rahmenbedingungen, die Potenziale des Unternehmens zu heben. Das Arbeiten in Abteilungssilos funktioniert hier nicht mehr. Es gilt die Ressourcen des Unternehmens zu vernetzen, die richtigen Fragen zu stellen und iterative mit den Mitarbeitern gemeinsam Neues zu entwickeln.

Fazit:
Der Weg zurück in die analoge Welt ist nicht möglich. Start Ups revolutionieren den Wettbewerb. Aber auch für traditionelle Unternehmen öffnen sich ungeahnte Chancen, wenn sie rechtzeitig die digitale Transformation starten. Hierfür sind neue Führungsstandards nötig und digitale Kompetenzen bei Führung und Mitarbeitern notwendig.

Digitale Transformation. Was bedeutet das für Unternehmen?

Am Anfang des digitalen Wandels werden bestehende Abläufe in eine digitale Form überführt, ohne dabei die Grundlagen zu verändern, z.B. das Ersetzen eines papierbasierten Workflows durch einen elektronischen. Um die nötige Schnelligkeit, Effizienz und Innovationskraft wie Start Ups sie haben zu erreichen, wird sich kein Unternehmen mehr Abteilungssilos leisten können. Infolge werden sich Prozesse und Wertschöpfungsketten ändern. Interdisziplinäre Projekte werden starre Aufbauorganisationen in Teilen ablösen. Entscheidungsarchitekturen werden sich erneuern. Da solche Veränderungen gravierend und risikobehaftet sind und sie in einem etablierten Unternehmen nicht überall gleichzeitig digitale Kompetenzen aufbauen können, entscheiden sich viele Unternehmen zunächst kleine digitale Produktfabriken zu bauen. Diese produzieren Innovationen, die dann in die bestehende Linie überführt werden. BMW, Deutsche Bank aber auch die Schön Kliniken arbeiten z.B. mit solchen Schnellbooten.
Elke Rossmann
Projektleiterin Digitale Transformation und langjährige Marketing Direktorin Deutsche Bank