Achtsamkeit

Wer schneller lebt, ist früher fertig

Stressmanagement - Achtsamkeit und Gelassenheit als Schlüssel zum Erfolg

Fragt man in einem Seminar von Führungskräften, ob sie Stress haben, wird das jeder bejahen. Denn wer keinen Stress hat, ist fast schon verdächtig und wird schräg angeschaut. Auf die Frage, ob die teilnehmenden Entscheider Angst haben, tritt betretendes Schweigen an die Stelle einer Antwort, weiß André Daiyû Steiner.

„Stress ist die politisch korrekte Bezeichnung für Angst“
André Daiyû Steiner

Steiner spricht aus Erfahrung. Jeder hat Angst, besonders Menschen in Führungspositionen. Die Angst zu versagen, Angst nicht genug zu leisten, Angst die Mitarbeiter nicht richtig zu führen. Dabei lähmt uns die Angst und behindert uns frei und intuitiv Entscheidungen zu treffen. Als Zen Lehrer und Managementtrainer nennt André Daiyû Steiner zwei Begriffe: als Führungsmaxime:

Achtsamkeit & Anfängergeist

Hier gehts zum Interview/Video:

Der springende Punkt auf unserem Weg ist die Aufmerksamkeit. Aufmerksam zu sein, sich etwas merken oder zu bemerken sind Fähigkeiten, die man trainieren muss, sonst verschwinden sie. Auch das sich erinnern, sich bewusst zu sein, wo bin ich, bin ich im hier und jetzt? Diese Fähigkeiten kommen vielen Führungskräften im Alltagsgeschäft abhanden und sind dabei so essentiell. Auch mit dem Anfängergeist verhält es sich ähnlich. Wir neigen dazu Expertengeist zu sein. Wir nehmen was Neues auf, vergleichen und bewerten. Dabei geht oft nur darum wieder mal staunen zu können und sich an kleinen Dingen zu erfreuen. Was hat also Achtsamkeit mit Management zu tun?
Viele wertvolle Arbeits- und Führungstechniken werden erst voll wirksam, wenn sie aus der Haltung der Achtsamkeit heraus gelebt werden: Hohe Präsenz der Person, Wertschätzung der anderen, Offenheit im Denken statt Anhaften an eigene Ideen, Akzeptanz der Realität statt Verdrängung, Lust am Wandel und Fähigkeit zu Respekt und Vertrauen.

In der Achtsamkeit lenken wir unsere ganze Aufmerksamkeit auf die Gegenwart, genauer auf
die gegenwärtige Erfahrung: Was nimmt man überhaupt wahr? Was davon sind
Gedanken und Gefühle? Welche Annahmen und Urteile und im Anschluss welche Reaktionen werden mitunter „automatisch“ ausgelöst? Wie geht man damit um? Wird zwischen Erinnern, zukünftigen Erwartungen oder Befürchtungen und dem tatsächlich Gegenwärtigen unterschieden?
Dieses bewusste, klare Beobachten, dieses Selbst-Gewahrsein, kann erlernt und geübt
werden, und macht den ganzen Unterschied zwischen automatisch ablaufenden Reaktionen
und selbstbewusstem Denken und Handeln aus – und macht damit frei.

Gelassenheit

Achtsam zu sein bedeutet, zu erkennen wann gerate ich außer Balance. Dazu ein Beispiel: Ihre Sekretärin vergisst einen Termin einzuplanen und plötzlich steht ein wichtiger Geschäftspartner unangemeldet im Büro. Sie ärgern sich und wissen, dass sie gleich explodieren werden. Was also tun? Zen Lehrer Steiner gibt hier einen einfachen Rat: dreimal kräftig einzuatmen und sich der Situation ganz bewusst zu sein. Eine Atemübung gibt uns die Möglichkeit gelassener zu reagieren. Gelassenheit hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun. Unser Geist neigt zu Bewertungen, zu Schubladen denken, was ja grundsätzlich nicht schlecht ist. Aus der Gelassenheit heraus bin ich kraftvoll, ich weiß wann ein Mitarbeiter ein Lob braucht und wann ich Grenzen aufzeigen muss. Ich bin konsequent, ich bin auch streng, wenn es das braucht, aber nicht aus dem Gefühl für Wut und Ärger heraus, sondern weil ich im hier und jetzt die Situation richtig einschätzen kann und somit Ego loser führe.

Wer mehr zum Thema Achtsamkeit erfahren möchten, hat vom Di 02.04. – Mi 03.04.2019 beim Seminar mit André Daiyû Steiner im Bildungshaus Lichtenburg in Nals die Möglichkeit.